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Irland 2002  auf dem Shannon unterwegs
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Allerherzlichsten Dank an
Dieter Pinell
für die durchdachte
Vorbereitung und die
excellente Durch-
führung dieser Reise!



Zahlen der Irlandtour:
3872 Fotos
6465 Fahrtkilometer
        im Camper
3101 km davon in Irland

Und das ist nur die eine Hälfte unserer Einkäufe...
Foto: Dieter Pinell
Sa 14.09.2002  Killinure Point nach Clondara Lock

  Die Nacht war viel zu kurz! Gegen 7 Uhr hält mich nichts mehr oben in der Einliegerwohnung des VW und ich mache einen ausgiebigen Spaziergang in der Marina. Da unser Camper von der Fahrt ziemlich unaufgeräumt ist, kommen wir nicht ohne eine riesige Umräumaktion an die Küche heran. Als Birgit auftaucht, gibt es für uns einen ausgiebigen und netten Plausch mit Kaffee. So halten wir es dann auch noch gut eine Weile aus, bis wir wie geplant nach Athlone zum Einkaufen abfahren. Im Einkaufszentrum bestellen wir dann endlich ein ausgiebiges Frühstück und danach gibt es zumindest meinen größten Einkauf seit 2 Jahren (minus 2 Tagen genau). Da geschah dies an gleicher Stelle und im selben Laden. Mit 3 Einkaufswagen packen wir den Camper bis oben hin voll.

so macht Urlaub doch Spaß!!
Foto: Dieter Pinell
  Als wir um 13 Uhr wieder in der Marina eintrudeln, hat man unsere Wavequeen schon fast übergabefertig. Lediglich die Fenster werden außen noch geputzt. Sven, Norbert und Jörg sind sehr bemüht darum, daß alles reibungslos abläuft und wir gleich losdüsen können, sobald der Rest der Mannschaft eintrifft. Wir nehmen uns hingegen alle Zeit der Welt, unser Gepäck und die Einkäufe auf dem Steg zu türmen. Erst als fast alles dort lag, enterten wir die "Tulip" und das Einräumen beginnt.
Und als täten wir tagein-tagaus nichts anderes, in "null-komma-nix" war alles richtig gut verstaut. Norbert fährt mit uns die Einweisung und zeigt uns zumindest ein Anlegemanöver, welches ich in der Form noch nicht kannte. Einmal raus aus der Marina und wieder rein und fertig. Um 14:30 Uhr sind wir bereit zum Ablegen, wenn uns da nicht noch etwas fehlte.

Holgi, Tina und Alex lassen aber auch nicht lange auf sich warten. Mit dem Flieger über Shannon und weiter mit dem Bus sind sie gegen 14:45 Uhr in der Marina angekommen, so daß wir tatsächlich mit die ersten sind, die ihren Bootsurlaub auf dem Lough Ree antreten.
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Abendstimmung über dem Shannon
Foto: Dieter Pinell
  An Boje 2 vorbei ertönt dann aus der Kabine ein Warnsignal, während wir uns an Deck die Sonne und den Wind antuen. Der Motor ist doch zu sehr warm geworden. Das Kühlwasser fehlt. Erst als wir den Motor wieder angeworfen haben, entdecken wir, daß sich ein Schlauch losgerissen hat. Sven und sein Mechaniker warten in der Marina mit einem neuen, etwas längeren Schlauch auf unsere Rückkunft. Der Austausch geschieht ganz fix, so daß wir unseren zweiten und erfolgreichen Versuch starten können, den See zu überqueren. Lanesborough lassen wir aus, denn wir wollen ja wie geplant nach Clondara-Lock, was uns sogar noch bei Tageslicht gelingt.



kurz hinter Clondara-Lock im Nebel
Foto: Dieter Pinell
So 15.09.2002  Clondara Lock nach Leitrim

  Der Sonntagmorgen beginnt mit einem Frühstück im Nebel. Gegen 10 Uhr wird geschleust und eine Fahrt durch den Camlin-River beginnt. Glücklicherweise ist dieser Flußabschnitt nicht so breit, daß wir ruhigen Gewissens durchfahren können. Von der Landschaft ist wenig zu sehen. Gott sei Dank lichtet sich der Nebel zusehens, so daß wir auf dem breiteren Shannon weiterfahren können. In Roosky macht nun Lock-Keeper Toni seine üblichen Scherze mit uns. Wir hatten zwar allesamt vor, so zu tun, als wollen wir helfen die Schleusentore zu bewegen und dann mit einem Satz uns draufzusetzen, um dann mit Daumen-nach-oben "Toni! Go!" zu rufen, aber daraus wurde nix. Wir haben bei und mit Toni trotzdem viel zu Lachen.
Vor der Hebebrücke und dahinter am Anleger liegen einige Boote, die darauf warten, daß die Hebebrücke gehoben wird. Haben da einige auf diesen Booten geschaut, als wir da einfach durchgeschippert sind. Zugegeben, eines dieser Boote wartete aufgrund seiner Höhe mit Recht am Anleger. Und so geben sich alle anderen scheinbar solidarisch und tun es der einstigen "Purple Loosestrife"-Besatzung von vor 2 Jahren gleich.
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Fußgängerbrücke am Lough-Allen-Kanal
Foto: Holger Scharf
  Der Nebel hat sich endlich verzogen. Auf der Suche nach Antwort auf offene Fragen machen wir in Dromod und in Carrick nur jeweils kurz Pause. Gegen 18:30 Uhr erreichen wir Leitrim.

Mo 16.09.2002  Leitrim nach Drumshanbo

Der Lough Allen Kanal mit seinen 3 Schleusen ist für uns, entgegen unseren Erwartungen, keine große Herausforderung mit unserem breiten Boot. Selbst ein entgegenkommendes Boot kann reibungslos an uns vorbei.
Was dieser Kanal an wechselvollen Eindrücken hinterläßt, fehlt aber auf dem Lough Allen selbst. Anfänglich gibt es Wind und Wellen. Ich versuche, so schaukelfrei wie möglich die Wellen auf dem sich öffnenden See zu schneiden. Norberts Hinweis im Kopf steuere ich frohen Mutes bis zu der Stelle, wo ein sicheres Steuern auf diesem See möglich sei. Und was soll ich schreiben: Der Mut wurde belohnt. Wind und Wellen lassen nach.

die "Tulip" mal als Fotomodell
Foto: Holger Scharf
  In Spencer Harbour ist ein kurzer Land- und Erkundungsgang an der Tagesordnung, um dann kurz darauf ganz hinten auf dem See mit der Crew der nördlichsten Punkt unserer Bootstour mit einem Glas irischem Landwein zu begiessen. Nach kurzer Fahrt wird dann der Punkt "End of Navigation" begossen. Daß später unser östlichster Punkt vom Lough Allen nicht fehlen darf, ist nun wohl allen klar...
In Drumshanbo ist das Tagesziel erreicht. Der Ort wird erwandert und erkundet und die Bordküche aufgefüllt.

Di 17.09.2002  Drumshanbo nach Lough Key

Am nächsten Morgen warten wir dann sehnsüchtig auf den Lock-Keeper. Aber nicht nur wir, sondern auch Norbert. Er wartet mit seinem Boot auf der anderen Schleusenseite, mit dem er die Woche auf dem Lough Allen verbringen will. So bleibt viel Zeit für einen ausgiebigen Erfahrungsaustausch. Zeit, die während der Einweisung zu knapp bemessen war. Kurzentschlossen ziehen Alex, Guido und ich dann doch noch einmal nach Drumshanbo, um statt mit Wattebrot das Frühstück mit frischen Brötchen einzunehmen. Und siehe da, wir sind kaum vom Boot weg und außer Sichtweite, da wird geschleust. Als wir zurückkommen, ist von Norberts Boot schon nichts mehr zu sehen. Dieter hat an diesem Tag aber nun erhebliche Probleme mit der Gesundheit und verweilt den ganzen Tag nur unter Deck, wenn er nicht in der Koje liegt.
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aus Drumshanbo-Lock in Richtung Kanal
Foto: Holger Scharf
  In Drumleague-Lock angekommen, wartet bereits eine TARA vor uns. Und wartete. Tina und ich vertreiben uns die Zeit, mit dem Dinghi die ufernahen Brombeersträucher zu plündern. Erst viel später stellt sich heraus, daß die Besatzung der TARA zwar versucht hat, den Lock-Keeper per Funk zu rufen, es aber nicht richtig tat. Wir tun dies nicht, weil sie behaupteten, sie hätten es getan. Nur Paddy, der Lock-Keeper weiß nichts davon und hatte auch keinen Anruf bekommen. Was soll es. Bis hinter Battlebridge-Lock dümpeln wir hinter der TARA her, die von Einweisung und Navigieren scheinbar nix wußten. Erst gegen 14:30 Uhr verlassen wir so den Kanal. In Carrick-on-Shannon wird getankt, eingekauft und gebummelt. Gegen 17 Uhr geht es dann aber schon wieder weiter zum Boyle River. Zu unsrem Glück verläuft die Fahrt nun reibungslos und wir werden nicht einmal als letztes Boot in Clarendon-Lock geschleust. So haben wir nicht wie geplant direkt vor der Schleuse, sondern in der Marina von TARA am Lough Key übernachtet. Mit dem Dinghi werden verschiedene Ausflüge getätigt und wir musizieren mangels Pub später an Bord wieder einmal selbst.
ob sich Dieter hier seine Gesundung wünscht?..
Foto: Holger Scharf

Mi 18.09.2002  Lough Key nach Carrick-on-Shannon

  Am Morgen setze ich das Boot aus dem Hafen direkt auf den See und wir lassen uns dort ganz langsam vom Wind und der Strömung treiben. Das Frühstück bekommt so eine besondere Note. Der nahe Forest-Park steht als nächstes auf dem Programm. Die 5 Crew-Mitglieder machen sich zu Fuß auf, den Park zu erwandern. Dieter ist endlich von den schlimmsten Leiden befreit und geht mit. Ich hingegen schnappe mir das Dinghi und fahre hinüber nach Trinity-Island, um die dortige Ruine zu begutachten. Nachher wollen die anderen nach Castle-Island und da wäre das Dinghi, wie vor 2 Jahren, wieder nicht da oder keine Zeit mehr. 2 Stunden später werden die Rollen getauscht. Ich gehe mit Dieter spazieren und die 4 setzen mit Dinghi über. Nachmittags schippern wir nach Boyle-Harbour, um von dort aus die Abtei und das Kings-House zu besichtigen. Dieter aber bleibt an Bord, weil er den langen Weg nach Boyle hinein nicht gehen möchte. Ganz gesund ist er ja auch nicht und er wird ja während unseres Irlandtrips eine weitere Chance bekommen. Später ist aber dann noch soviel Zeit, um wieder nach Carrick-on-Shannon zurückzukehren, um dort erst im Riverside-Inn zu dinieren und bis in die späte Nacht im Pub den einheimischen Musikern zu lauschen und das Bier zu testen.
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wie gut, daß Tina so stark ist!
Foto: Holger Scharf
  Und ausgerechnet an diesem Abend klagt unser Musiker über eine fehlende Stimme. Wie gerne hätte er bei dem Stell-dich-ein mitgewirkt. Man sieht es ihm regelrecht an, wie es ihm in den Fingern juckt. Früh am Morgen kehren wir aufs Boot zurück.

Do 19.09.2002  Carrick-on-Shannon nach Rooskey

Der nächste Tag ist kurzerhand umgeplant worden, da wir nicht damit rechneten, am Vortag vom Lough Key herunterzufahren. So bleibt uns nicht nur Zeit, in Dromod das Eisenbahn-Auto-Flugzeug-Sammelsurium anzuschauen, sondern auch noch einen Abstecher nach Kilglass-Lough und Grange zu machen. Im Museum stehen zwar einige Schätzchen herum, aber vielleicht ist der Sammeltrieb doch zu groß. Bin gespannt, wie das mit den Taten und Plänen in ein paar Jahren aussieht. Die Fahrt zurück nach Carnadoe hat sich aufgrund des schönen Wetters hingegen tausendmal gelohnt. Gemächlich dahindümpeln, einfach herrlich.

Laßt mich doch nicht alleine auf der Insel! Bitte nehmt mich mit!
Foto: Holger Scharf
  Am Abend sind wir dann das letzte Boot, welches bei Toni zu Schleusen versucht. Tina, Holgi und Alex haben wir in Rooskey zum Einkaufen und Landgang abgesetzt, während Dieter von mir direkt am Anleger vor der Schleuse abgesetzt wird, um nachzuschauen, ob unterhalb der Schleuse noch ein Liegeplatz frei ist. Ich drehe so, ohne Anzulegen, eine Warterunde, denn in der Schleuse werden gerade 3 Boote hochgeschleust. Nachdem diese herausgefahren sind, schließt Toni doch tatsächlich wieder das obere Tor komplett und für mich die Ampel auf Grün. Dieter hat doch signalisiert, daß der Liegeplatz unterhalb frei ist. Schade.
Aber was soll die grüne Ampel? Ich steuere auf die Schleuse zu und nehme Fahrt auf. Da geht die Ampel auf rot und das rechte Schleusentor auf. Nun spielt Toni mit der Ampel Lichtorgel. Ohne aber weiter zu zögern, fahre ich wie selbstverständlich in die Schleuse und Toni lacht sich einen ab. Ich weiß nicht, ob es an dem erneuten Bierpräsent als Bestechung gelegen hat oder an unserer Zusicherung: Toni will Feierabend machen und ringt uns das Versprechen ab, nicht noch weiterzufahren, da wir es bis zur Dämerung unmöglich bis zum Camlin-River oder Tarmonbarry schaffen würden. Als er aber sah, daß wir nicht komplett sind und wir nur morgen früh zeitig loswollen, entläßt er uns aus der Schleuse und macht Feierabend.
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Stef@n über Bord
Foto: Holger Scharf
  Da in Rooskey die Puppen scheinbar nur Mittwochs tanzen, machen wir unsere eigene Bordparty. Der heisere Sänger gibt alles und ich mein Bestes auf der mitgebrachten Melodica. Auf dem spiegelglatten Shannon werden Brettchen ausgesetzt, die mit Teelichtern besetzt umhertreiben. Und weil sie immer wieder zurück zum Boot treiben und nicht, wie gewünscht, mit der Strömung abtreiben, dauert die Party solange, bis alle erloschen sind.

Fr 20.09.2002  Rooskey nach Killinure Point

Am Morgen lege ich gleich nach dem Motorcheck ab und wir fahren zwar langsam, aber bei herrlichstem Wetter nach Tarmonbarry. Dort wird gleich hinter der Hebebrücke nochmal Wasser gebunkert und gefrühstückt. Mit dem Ende des Frühstücks sind wir dann zum Schleusen dran. Paßt ja genau! Gemächlich geht es nun wieder an Lanesborough vorbei auf den Lough Ree. Die Sonne strahlt und es ist Bilderbuchwetter, als Guido völlig überraschend mitten auf dem See ruft: "Mann über Bord!"
Naja. Immerhin habe ich ihn dahingehend eingeweiht, daß ich ins Wasser springen möchte und dies dann auch tue. Die Temperatur hatte ich vorgefühlt, wie auch entsprechende Badekleidung angelegt. So eine Übung muß sein. Was aber tatsächlich passiert, ist kaum faßbar. Statt mit dem Rettungsring auf mich draufzuwerfen, zücken die "Retter" nur ihre Kameras und schiessen mich so ab....

Morgenstimmung
Foto: Dieter Pinell
  Die Fahrt über den Lough Ree ging so schnell vorbei und somit auch schon unsere eigentliche Bootstour. Gegen 14 Uhr lagen wir in der Marina. Und für diejenigen unter uns, die sich eigentlich ein wenig mehr Landgang versprochen haben, haben Dieter und ich noch eine überraschung parat. Während ich bei Waveline das Boot abgenommen bekomme und anschließend alleine schrubbe, werden die 4 anderen von Dieter in den VW-Camper verfrachtet. Die Fahrt führt sie nach Clonmacnoise und abends nach Athlone. Ich habe gegen 16 Uhr die "Tulip" zumindest außen blitzblank sauber, als ich mir das Dinghi schnappe, um nach Coosan Lough und danach noch bis zum Wineport-Restaurant zu tuckern. Immer wieder kommen weitere Waveline-Boote zum Check-Out in die Marina zurück. Aber auch die "MS-Shannon-Princess" legt bei Sven an. Ein 5-Sterne-Luxus-Boot, besetzt mit Amerikanern, liegt genau gegenüber von der "Tulip". Die ersten Besatzungen brechen gar schon auf, mit dem Transfer zu Flughafen die Heimreise anzutreten. Dabei auch 2 Angel-Mannschaften aus dem Saarland, die ebenfalls mit Waveline-Booten unterwegs waren. Am frühen Abend ist der Rest unserer Mannschaft wieder aus Athlone zurück. Statt dort einzukehren, hat man beschlossen, in den Killinure-Chalets zu Essen. Guido, Dieter und ich versuchen später an Bord noch die benachbarten Hotelgäste in den Schlaf zu singen.

Sa 21.09.2002  Killinure Point

Nach kurzer Nacht ist dann Abschied angesagt und der Bus wieder übervoll beladen, als wir uns gegen 9:30 Uhr schließlich von den Waveline-Mitarbeitern und vom Rest der Mannschaft verabschieden. Alex, Tina und Holgi werden gegen 10:30 Uhr mit dem Bus nach Shannon gekarrt, um am Abend nach Hause zu fliegen.
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© 04 by
Stefan Diwo
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zuletzt geändert am
27. Juli 2004
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